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02.07.2004 Liebe Gabriele, liebes Caritasteam und alle Freundinnen und Freunde desselben,

 

Fritz und ich sind gestern gut in München gelandet. Unser Flug hatte zwar etwas Verspätung, aber das hat nicht geschadet.

Ich möchte mich noch einmal ausdrücklich bei allen ganz herzlich für die letzten zehn gemeinsamen Tage bedanken. Denn ich finde, wir haben großartiges geleistet.

Noch vor ein paar Jahren wäre eine solche Begegnung nicht möglich gewesen. Die geteilte Bundesrepublik in eine Ost- und Westhälfte, der so genannte eiserne Vorhang, unsere oftmals von Leid und Verletzungen geprägte gemeinsame Geschichte standen wie ein unüberwindbares Gebirge zwischen uns. -(Und natürlich spielen beim einfachen Volk, wie bei uns, die Finanzen eine nicht unbedeutende Rolle) -.

Vom 21.06. -01.07.2004 haben sich ganz unterschiedliche Menschen getroffen: Russen, Ostdeutsche, Westdeutsche, Russlanddeutsche, Usbeken, Osterreicher, Orthodoxe, Katholiken, Protestanten, Muslime, Menschen ohne Kirchenzugehörigkeit, Grosse, Kleine, Dicke, Dunne, Junge, Alte, Blonde, Schwarzhaarige, Braunhaarige, Haargefärbte, Freiwillige, Berufliche. ..und welche Kategorien auch immer anzulegen sind, sie alle waren nicht wichtig- Wir haben miteinander gearbeitet (remont gemacht), gegessen, gelacht, gesungen und getanzt, Feuer entzündet, über schwierige Themen diskutiert (wie z.B. beim Frauenabend) und vieles mehr. Wir waren füreinander offen und waren auf den anderen neugierig. Wir haben uns angenähert und Verständigung möglich gemacht. Wir haben gezeigt, dass jahrzehntelang genährte Vorurteile und Ängste voreinander abzubauen und zu überwinden sind. Wir haben Frieden möglicher gemacht.

Ich habe mich sehr gefreut" als Lena sagte, dass sie allen, die sie trifft, von unserer wundersamen Begegnung erzahlt. So lasst sie diejenigen teilhaben, die nicht dabei sein konnten. Die Kirchengemeinde, die Nachbarin, die Verkäuferin, sie alle sollen erfahren, was wir gemeinsam geschafft haben. Mögen wir anderen es ihr nachtun.

Und wenn unser Treffen dazu verhilft, dass wir zukünftig gegen all die hellhöriger und vorsichtiger sind, die uns einreden wollen "der Russe ist doch so. .." oder " der Deutsche ist doch so. .." oder "der Katholik ist doch so. ..", oder, oder, oder. ..dann tragen wir ein wenig dazu bei, dass die Welt friedlicher, offener und toleranter wird. Dann tragen wir unser kleines gemeinsames Wunder ein wenig in die Welt hinaus.

In Verbundenheit aus München

Marion

 

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