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31.03.2004.Stipvisite im hohen Norden
Sie sollten sich über Besuch freuen können, wenns ihnen schließlich zu lang wird, auf die neuerwachende Natur zu warten..., wenn der Winter sich einfach zu lange hinzieht und die Kräfte schwinden.Aber die kleine lebendige Gemeinde in Murmansk und Apatiti traf ich im Aufschwung! Jung und lebendig, fröhlich aber auch mit viel Ernsthaftigkeit, in der sie ihr Gemeindesein versteht - mit Kindern und Jugendlichen! Ich besuchte die Gemeinde Mitte März, wo es auch in Murmansk schon nach Frühling riecht und übereinstimmend vertraten sie die Meinung, es ist am schwersten hier im November, wenn es mit Riesenschritten kälter und dunkler wird. Die Diocesan Caritas der Gottesmutter Moskau bemüht sich in ihren Gemeindebesuchen, die Potentiale, Möglichkeiten und Schwierigkeiten zu verstehen, die es in den kleinen Gemeinden gibt und daraus gemeinsam Aktivitäten zu entickeln. Sie befinden sich ja alle im Aufbau, erst nach der Wende registriert, mit überwiegend ausländischen Gemeindepfarrern, die durch die Visaregelungen nicht stabil und langjährig begleiten können. Hierin stecken Vor- und Nachteile natürlich, es ist ein großer Vorteil für die Katholiken in Rußland - nämlich "katholisch" in seiner tieferen Bedeutung als "allumfassend" wahrzunehmen, oftmals bestehen ja die Gemeinden selbst aus vielen Nichtrussen, wohl in der Sowjetunion aufgewachsen, aber die polnische, weißrussische, deutsche Wurzeln haben. Eine große Herausforderung, der sich das kleine Caritasteam stellt - mit kleinen Möglichkeiten - Gemeinden auf ihrem Selbstfindungs- und Integrationsprozeß in das Gemeinwesen zu begleiten. Am besten und hilfreichsten gelingt das, mit dem Pfarrer und dem Gemeinderat soziale kleinen Aktivitüten zu entwickeln, zunächst zugunsten der Gemeinde - etwas Gutes selbst zu erfahren - um daraus Mut und Energie zu schöpfen, für die Umgebung caritativ aktiv zu werden. In Murmansk hilft die Gemeinde schon sozial minderbemittelten Kindern mit einem Schulfrühstueck und anderer materieller Hilfe, als Voraussetzung zum Lernen, also nicht mit knurrendem Magen im Schulunterricht sitzen müssen. Es gibt durch die angespannte Arbeitsmarktsitation inzwischen in Murmansk nicht mehr für alle Arbeit und viele Probleme durch Krankheit in der Familie(Trunksucht).
Wenn also nun aus Moskau Besuch kommt, dann auf Einladung der Gemeinde, es gibt also Interesse, aktiv zu werden.
Alle Möglickeiten versuchte ich zu nutzen an einem kurzen Wochenende als Anfang, Menschen und ihre Möglichkeiten kennenzulernen, neben dem Gottesdienst, den wir miteinander feierten, gab es Treffen und viele Gespräche mit verschiedenen Gemeindegliedern, einen Kranken- und einen Hausbesuch. Ich konnte die Umgebung kennengelernen, fast 300km ging es durch die malerische Tundra in einer von Hügeln bewegte Seenlandschaft zur Gottesdienst - Außenstelle Apatiti. Abends bei den zwei Geistlichen habe ich viel zugehört und wir fanden gemeinsame Arbeitsansätze für caritative und Gemeindeaufbauarbeit.
So wird jetzt die Dioecesan Caritas das Frühstückprojekt unterstützen und andere materielle Hilfe Notleidenden erweisen. Es wird Gemeinde-Osternaktivitäten geben und eben laden wir zur Teilnahme an der weltweiten Kinderaktion "Kinder haben Rechte" des Kindermissionswerkes ein, miteinander über die Situation der Kinder nachzudenken und T-shirts mit den Kindern zu bemalen zum Thema.
Voller Begeisterung kehrte ich aus dem Norden in die Hauptstadt zurück, ich habe eine Gemeinde im Aufbruch erlebt, die sich einen guten Platz nimmt in der Stadt durch ihre Offenheit und Lebendigkeit - ohne daß sie hat bisher eine Kirche bauen können - der Platz in der kleinen Kapelle sonntags zur Hl. Messe in einer Wohnung reicht längst nicht mehr für alle....
Wir begleiten diesen Gemeindeaufbau tatkräftig als Caritas. |
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